Donnerstag, 19. Dezember 2013

#96

IST SCHON LUSTIG WIE DU AUSSIEHST, WENN DU TRAURIG BIST UND TROTZDEM FEIERST

in deiner eigenen Kotze feierst




Was ist gestern Nacht passiert? Filmriss. Eh klar. In die Bar gekotzt. Irgendwann ist immer das erste Mal.
Gegen Straßenschilder gelaufen. Fazit: eine fette Beule am Kopf. Gegen alles gelaufen, was mir irgendwie in den Sinn kam. Heute bin ich mit zwei blauen und geschwollenen Schultern aufgewacht.
Hab ich den entschlossenen Spieler verletzt?


Mittwoch, 18. Dezember 2013

#95

ES SIND IMMER DIE GLEICHEN DIE VORNE STEHEN

um dich besser zu Boden gehn zu sehn


Eben noch saß das Mädchen auf ihrem Bett und wischte sich das Blut von ihren Beinen. Das Taschentuch färbte sich und sie klebte ein Pflaster über die Wunde, als sie plötzlich hochschreckte. Schritte waren laut zu hören und ihr Herz pochte schmerzhaft gegen die Brust. Schreie, Wut, Angst. Pure Angst wurde ihr eingeschenkt. Für zwei, drei, vier Sekunden hörte sie auf zu atmen ehe sie aufsprang, eine Hose überzog, kurz zusammenzuckte weil der Schmerz aus ihrem Bein ihr durch den Körper fuhr und lief nach draussen in den Flur. 
Ihre Mutter und ihre Schwester standen sich gegenüber und brüllten sich gegenseitig an. Das Mädchen konnte sich an den Streit am Morgen erinnern und sie war schuld gewesen. Sie war schuld. Sie. Sie. Sie. ICH!
Die beiden brüllten sich an, das Mädchen wurde wieder in den Streit verwickelt. Doch sie schrie nicht. Sie wurde laut und sagte ihnen, wie dämlich sie sich verhalteten. Wieder mal. Immer wieder. Sie war wieder zehn. Stand wieder zwischen den beiden Personen.
Es wird vom Tod gesprochen. Nein geschrien. Jeder will den anderen verletzten. Jeder will sich hier umbringen.
Und das Mädchen mit den Narben, Beulen und blauen Flecken war die einzige die ihnen wütend entgegnete, dass sie aufhören sollten so grausame Dinge zu sagen. Es war grausam. Es ist grausam. 
Ich will hier raus. Es soll schneien. 
Doch es ist keine Zeit um zu weinen. Der schnelle Wolf schreibt ihr eine SMS. Es geht ihm scheisse. Und er will nicht reden. Will sie verlassen. 


Dienstag, 17. Dezember 2013

#94

KONNTE OFT NICHT SCHLAFEN DANK DIESER UNBESTIMMTEN ANGST

und dem Gefühl dass jeder irgendwas von mir verklangt





eine geschichte...
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Der Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte, die von den Enden einer Stange hingen, die sie über ihren Schultern trug. 

Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war und stets eine volle Portion Wasser fasste. Am Ende der lange Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau war die andere Schüssel jedoch immer nur noch halb voll. 

Zwei Jahre lang geschah dies täglich: die alte Frau brachte immer nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung, aber die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war. 

Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der alten Frau: „Ich schäme mich so wegen meines Sprungs, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft.“ 

Die alte Frau lächelte. „Ist dir aufgefallen, dass auf deiner Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht?“ „Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deines Fehlers bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genauso wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren.“

Jeder von uns hat seine ganz eigenen Macken und Fehler, aber es sind die Macken und Sprünge, die unser Leben so interessant und lohnenswert machen. Man sollte jede Person einfach so nehmen, wie sie ist und das Gute in ihr sehen.

asiatische Weisheit - Autor unbekannt
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ich wünschte es würde schneien...






Sonntag, 15. Dezember 2013

#93


YOUR MASQUERADE

I don't wanna be a part of your parade

 

 

Das Mädchen sieht ihn ernst an, von einer Sekunde auf die andere. 
"Ich denke, dass er eine Essstörung hat." Das waren ihre Worte. Eiskalt und chancenlos es falsch zu verstehen. 
Genauso ernst versteinert sich nun auch die Maske des entschlossenen Spielers. Er wird genauso ernst und er hat diesen Blick. Diesen Blick, der sagen wollte. Nein, nicht auch noch das. 
"A...scheisse.", flucht er und drückte dem Mädchen die Tasse mit dem heißen Glühwein in die Hände.
"Irgendwie, ich hatte nicht geglaubt, dass am Land, wo doch alles immer so Friede, Freude, Eierkuchen ist, Menschen wie du rumlaufen. Ich dachte diese seelisch gestörten Menschen leben alle nur in der Stadt!" - "Das ist ein irrglaube, genauso wie man glaubt, dass man alleine ist mit diesen Krankheiten. Eine einzige unter Tausenden. Aber sieh dich doch mal. Sie in die Gesichter dieser fremden Menschen...", sagte sie dann und er sah sich um, während ihr Blick nicht von seinem Gesicht abließ. Er sah heute besonders alt aus, aber auch vertraut. Sie möchte seine Hand halten. "Was glaubst du wieviele von ihnen gerade trauern, depressiv sind oder einfach nicht ganz richtig im Kopf sind? Jeder Zweite hier hat seine Geschichte zu ertragen."

 

Mittwoch, 4. Dezember 2013

#92

ICH STEH OFT AUF MIT SO NEM HASS AUF DIE WELT

Dass er erst wieder vergeht abends im Bett. 

 

 

Ich lauf immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand. Den ganzen Tag lang, ummantelt mich dieses Gefühl. Ich lauf im Kopf gegen die Wand. Und sobald ich Alkohol getrunken habe laufe ich wirklich gegen die Wand. Dann renne ich gegen die Wand. Ich flüchte kurz vor der Gruppe auf die Toilette und schlage meinen Kopf solange gegen die Wand bis ich schwindelig werde. Komisch, dass niemanden auffällt, dass ich dauernd ne Beule habe...dass ich dauernd so tollpatschig bin...dass ich mir dauernd die Tür gegen den Kopf schlage...versehentlich.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Kopf platzt...nur eine Frage der Zeit. 


 
Ich renn im Kopf gegen die Wand
Solang bis der Blick wieder nach draußen gelangt